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....was treibt jedes jahr ende mai spitzenlaeufer der berglaufszene aus aller welt nach grabs?
seit letztem sonntag ist mir bewusst, dass der gamperney-berglauf noch immer ein wichtiger fixpunkt in der agenda vieler top- und breitensportler ist. denn das wetter kann nicht der aufhaenger am 8.8km langen mit 1'000 hoehenmeter profilierten kurs sein: so fielen die temperaturen gegen das wettkampfweekend auf circa 5-8 grad im tagesverlauf im tal. die schneefallgrenze bewegte sich zwischen 1'000 und 1'300 hoehenmetern.
keine idealen voraussetzungen fuer die bereits 29. austragung des events. bereits am vortag musste das organisationskommitee somit aus sicherheits- und logistischen gruenden den entscheid faellen, dass die stammstrecke abgeaendert wird. ziel war nun im valspuus auf 1'180 meter ueber meer. somit verlor der anspruchsvolle lauf jedoch die knackigsten 280 meter schlussaufstieg zur gamperneyhuette. fuer mich natuerlich nicht so erfreulich, jedoch ein vernuenftiger entscheid der rennjury.
wie bereits erwaehnt hatte dies keinen einfluss auf die qualitaet des starterfeldes. titelverteidiger gerd frick aus italien, mehrfachsieger david schneider aus wien, die deutschen nationalmannschaftscracks um timo zeiler, stefan uebel, marco sturm und stefan hubert, ereng und kiptoo aus kenia, die liechtensteiner josef vogt und michele paonne, der davoser bundi, keckeis und felder als top-vertreter aus dem voralrberg sowie weitere starke laeufer wagten sich aufs startgelaende. um 09.30 uhr war der start angesagt. aufgrund der hohen teilnehmerqualitaet und des veraenderten streckenprofils war allen klar, dass es einen schnellstart geben wird. schliesslich konnten sich die absoluten bergcracks, zu welchen ich mich auch zaehle, nicht auf eine aufholjagd im steileren zweiten teil einstellen, sondern mussten gleich von beginn an das tempo der spitze mitgehen um nicht bereits frueh entscheidend an boden zu verlieren.
die erwartungen trafen natuerlich auch ein und nach wenigen metern setzte sich marco stum mit david schneider an die spitze des gesamten feldes. das tempo war horrend und schnell kristallisierte sich ein groupetto mit den kenianern, den beiden erwaehnten berglaeufern, der gesamten deutschen mannschaft und gerd frick heraus. jedoch nur knapp dahinter gelang es josef vogt und mir zusammen mit bundi und koebi oswald die verfolgung aufzunehmen. wahrscheinlich werden auch nicht alle spitzenkandidaten diesen rhythmus durchiehen koennen. schweratmend und nahe an der persoenlichen schwelle, wohl teilweise auch darueber, zogen wir schlaufe um schlaufe den berg hoch. bundi lief ein top rennen und konnte sich von uns absetzen. die angeschlagene pace von josef und mir war aber fuer den rest auch zu intensiv. gemeinsam und abwechselnd in fuehrung liegend konnten wir ein stabiles rennen absolvieren. schoen war selbstredend die feststellung wie uebel, stum und ein kenianer der anfangsoffensive nicht standhalten konnten. kontinuierlich reduzierten wir den rueckstand und durften noch vor kilometermarke sechs an den deutschen vorbeiziehen. nun stand das schluesselstueck auf der agenda: die circa 800 meter mit 200 metern aufstieg im matschigen raetikon.
kurz verlor ich den rhythmus als ich auf dem nassen rasen ausrutschte. zudem bemerkte ich auch langsam, dass zwar der motor in einer top verfassung ist, die muskulatur aber etwas unter dem bisherigen tempolauf litt. zahlreiches laktat hatte sich bereits substanziell im oberschenkel angereichert und ich konnte meine faehigkeiten in den extremen steigungen nicht mehr 100%ig ausspielen. trotzdem waren wir sehr gut unterwegs als wir auf die letzten beiden kilometer einbogen. knapp 150 hoehenmeter bei regelmaessiger steigung standen noch an. es galt nun weiter geschwindigkeit zu sammeln und den rhythmus zu halten. unser unterfangen gelang vorzueglich. in 40.28 erreichten josef und ich gemeinsam das ziel im valspuus auf den raengen 8 und 9. bei gerade ueppigem schneefall genossen wir unseren effort, ernaehrten uns kurz fluessig, zogen frische kleider an und rannten danach zuegig wieder ins unterdorf in grabs.
dee ausgang des rennens war eine kopf-an-kopf angelegenheit.
in 37.15 gewann schlussendlich schneider vor ereng und frick. knapp 45 sekunden dahinter reihten sich zeiler und hubert aus deutschland ein.
mit etwas abstand folgten dann kiptoo und bundi. ich verlor auf die siegerzeit gut 3 minuten.
mit der erbrachten leistung bin ich sehr zufrieden. gerne haette ich natuerlich gewusst, was bei der aktuellen form auf der originalstrecke machbar gewesen waere. ein topergebnis bei diesem rennen ist jedoch gold wert und gibt selbstvertrauen fuer die kommenden aufgaben. zudem sollte man ja nie ganz zufrieden sein, verbesserungspotential gibt es immer.
falls sich das wetter diese woche bessert, sehe ich am kommenden sonntag zusaetzlich einen start beim muttersberglauf in bludenz at vor. in zwei wochen gilt es dann richtig ernst beim lgt alpin marathon von bendern via vaduz, steg in den liechtensteiner malbun.
an dieser stelle moechte ich allen helfern und zuschauern des gamperneylaufs danken. ohne euch waere eine solch top-veranstaltung nicht durchfuehrbar. auch beeinruckend war fuer mich wie viele fans, zuschauer und supporter den weg an die strecke gefunden haben trotz der misslichen bedingungen. chapeau! das ist keine selbstverstaendlichkeit!