Planänderung: „Schuster bleib bei Deinen Leisten!“

Der Jahreswechsel ins 2016 verlief aus trainingstechnischer Sicht hervorragend. Aufgrund des Wetters konnte ich bis zum Jahresende draussen gute und schnelle Einheiten absolvieren und musste nicht in die Wärme des Fitnesscenters flüchten. Als dann doch der Winter Einzug hielt entschied ich mich für die Frühlingssaison mit dem Höhepunkt des Vienna City Marathons am 10. April 2016 Speed und Tempohärte aufzubauen. Mir gelang es zahlreiche schnelle und qualitativ hochwertige Einheiten zu absolvieren und baute meine Form sukzessive auf. Die Tempoeinheiten auf dem Laufband bei Enggist Medical Fitness würzte ich mit regenerativen Läufen, Longjogs und Bergtrainings draussen. Bis in die zweite Februarhälfte ging dies hervorragend und ich war frohen Mutes im April meine Marathon PB zu verbessern. Leider verletzte ich mich gegen Ende des Monats am Hamstring. Durch Übermüdung und einen (zu) schnellen Downhill Run vom Buchserberg riss bei mir rechts ein ganzes Muskelbündel. 6-8 Wochen ohne intensive Einheiten waren die Folge. Ich durfte zwar alternativ trainieren und nach einer kurzen Laufpause mich auch auf Bergläufen probieren. Einfach den Hamstring musste ich von jediglicher Belastung fern halten. Ich genoss zahlreiche gemütliche Trainings im heimischen Wald und in der nahen Gegend, entdeckte auch komplett neue Routen. Nur der Speed und das Vertrauen in die eigene Muskulatur ging mir komplett ab. Seit zehn Tagen habe ich jedoch von meinem Sportartz Dr. Christian Schlegel das Ok, meinen Aufbau wieder zu forcieren und qualitiativ besser zu trainieren. Leider erwischte mich genau zu diesem Zeitpunkt eine üble Magen-Darm Grippe und ich verlor nochmals zehn Tage und Muskelsubstanz.

Aufgrund dieser Tatsache ist es für mich nicht darstellbar am nächsten Wochenende in Wien einen schnellen Marathon zu laufen. Irgendwie ist in den Vorbereitungen für flache Städtemarathons immer der Wurm drin. Eventuell will es einfach auch nicht sein. Wie gesagt: „Schuster bleib bei Deinen Leisten !“. Daher fokussiere ich mich auf meine Stärken, meine Liebe: die Berge und Trails. Das Grobprogramm für die Sommersaison steht, jedoch gilt es zuerst kontinuierlich die Form aufzubauen, Kilometer zu sammeln und die Muskulatur wieder an schnelle und strenge Trainings zu gewöhnen. Es gilt eine grosse Aufgabe zu leisten im Hinblick auf kommende Aufgaben. Im Zuge der wärmeren Temperaturen und der Vorfreude auf die Natur sehe ich der Herausforderung jedoch positiv entgegen.

Ob ich am nächsten Sonntag in Wien starte, eventuell den Halbmarathon laufe, oder einfach einen zügigen Longjog absolviere, das entscheide ich im Verlaufe dieser Woche. Ansonsten steht einfach ein gemütliches Familienwochenende in der Landeshauptstadt mit ein paar Genussläufen an. Auch kein Beinbruch in der aktuellen Situation!