Gossauer Weihnachtslauf vom 2. Dezember 2017: Frostiger Spass in drei Akten

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Strava Aufzeichnung Hauptlauf 1/3
Strava Aufzeichnung Jogger 2/3
Strava Aufzeichnung Volkslauf 3/3

Samstagabend vom 2. Dezember 2017 gegen 18:00 Uhr in Gossau. Eisige Null Grad zeigt das Thermometer als ich mit Philipp Gubler in Gosseu eintreffe. Nicht gerade meine Jahreszeit, nicht gerade meine Temperaturen und auch nicht meine Tageszeit für Wettkämpfe. Nichtsdestotrotz entschlossen sich mein Trainingskollege und ich zur Teilnahme am 30.igsten Gossauer Weihnachtslauf, einer traditionellen Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit mit über 4’000er Startern im Jahr 2017. Natürlich konnten wir es nicht lassen und uns einfach für den normalen Hauptlauf über 8.5km anmelden. Seit einigen Jahren gibt es eine Spezialwertung beim beliebten Volkswettkampf. Neben der erwähnten Königsdisziplin um 18:35 Uhr müssen die Teilnehmer vom bereits legendären „Triple“ um 19:30 Uhr den Jogger Wettkampf über 4.5km und um 20:00 Uhr zum Abschluss den Volkslauf mit 6.5km Strecke absolvieren. Summa summarum doch anspruchsvolle 19.5km mit drei Starts. Sicherlich eine spezielle Herausforderung den Motor und die Muskulatur dreimal auf Betriebstemperatur zu bringen bei Bedingungen um den Gefrierpunkt.

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Dass wir beide beim Hauptlauf keine grossen Ambitionen auf Spitzenklassierungen haben konnten war uns klar. Schliesslich zeigte sich das Starterfeld wieder in voller Pracht und internationaler Güteklasse. Zahlreiche ausländische Athleten reihten sich neben uns in der abendlichen Kälte an der Startlinie ein. Für mich war das grosse Rätsel, wie ich bei diesen Begebenheiten meine Muskulatur in Schwung bringen und wie ich diese nicht zu früh zu sehr überfordere, dass ich den kompletten dreiteiligen Wettkampf erfolgreich und gesund überstehen kann.

Wie erwartet gab es nach dem Startschuss kein Erbarmen. In horrendem Tempo schossen die Spitzenathleten durch die Gossauer Innenstadt. Ich hatte Mühe den Rhythmus zu finden, liess mich einfach in der Meute mitreissen und versuchte einen gesunden Schritt zu finden ohne zu früh meine Körner zu verschiessen und den Muskel an die Wand zu fahren. Die erste Runde ging ganz geschmeidig von Statten, ich lief erstaunlich schnell, obwohl mein GPS Signal auf der Suunto Uhr nicht funktionierte. So orientierte ich mich an der Lokalheldin und 800 Meter Bahnläuferin Selina Bücher und versuchte in ihrem Windschatten Unterschlupf zu finden. Jedoch spendete sie auch. nicht gerade sehr viel davon. Immerhin lief sie regelmässig und sehr zügig. Ja, zu zügig für mich. Nach Rennhälfte musste ich die kleine Gruppe um sie ziehen lassen und mich neu orientieren. Mein linker Oberschenkel schmerzte bedenklich. Seit dem Frankfurt Marathon von Ende Oktober habe ich manchmal Beschwerden dort und während hohen Belastungen kann es ziemlich schmerzhaft werden. Ich biss auf die Zähne und versuchte mich vom frenetischen und zahlreichen Publikum abzulenken. Dies gelang nicht schlecht. Jedoch war meine Muskulatur wie blockiert und konnte nicht mehr als den durchschnittlichen Kilometerschnitt von 3:30 hergeben. Eventuell siegte aber auch die Vernunft und der Respekt vor den kommenden zwei Rennen und liess mich ein wenig Einbremsen. Schlussendlich durchquerte ich die Ziellinie als 30igster in 29.44 Minuten mit harten Oberschenkeln und gereizten Waden. Kurz musste ich auf Philipp warten. Wir liefen zügig zur Triple Starter Garderobe, machten uns frisch, verpflegten uns und trabten nach einer Viertelstunde gemütlich zur Startlinie.

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Bereits stand das zweite Rennen der Kategorie Jogger über 4.5km an. Wir dachten an einen gemütlichen Wettkampf mit vielen Plauschläufern. Ein Trugschluss, wie wir an der Startlinie feststellten. Zahlreiche gestählte Waden und Top-Cracks machten sich dort warm. Wie wollten wir mit diesen mithalten mit bereits angeschlagenen Beinen? Wir liessen es darauf ankommen und genossen die letzten Sekunden vor dem Startschuss. Danach war das Vergnügen vorbei. Gefühlt noch schneller als vor einer guten Stunde ging es los. Wir schossen die Hauptstrasse Richtung St. Gallen hoch und liessen unsere Schenkel über den Asphalt brettern. Philipp hielt sich tapfer in meinem Rücken und liess nicht locker. Gemeinsam rollten wir das Feld von hinten auf und machten nach dem verschlafenen Start Rang für Rang gut. Die Lungen begannen zu brennen in der eisigen Kälte der Nacht. Immerhin fühlte sich meine Oberschenkelmuskulatur besser an und die Beschwerden waren markant schwächer. Nach gut vier Kilometern des Rennens konnte ich Philipp ein wenig distanzieren. Wir bogen zügig in die Zielgerade ein und holten nochmals das letzte aus den angesäuerten Beinen heraus. Ein Laktatinferno bereits nach zwei von drei Wettkämpfen…wohin soll das noch führen. Kurz vor der Ziellinie wurde ich noch von einem anderen Triple Läufer übersprintet. Bereits im ersten Lauf gelang im dies. Somit war ich nach diesem Lauf an dritter Stelle der Gesamtwertung. Lauf zwei kostete mich 15:47 Minuten und im Ziel war ich an 11. Stelle klassiert. Mir war klar, dass es mit einem Sieg wohl nicht klappen wird. Trotzdem wollte ich im letzten Wettkampf nochmals auf den Stempel drücken und mich nicht kampflos geschlagen geben. Philipp und ich joggten dieses Mal zur Wechselzone und verpflegten uns schnell. Viel Zeit blieb nicht. Bereits acht Minuten nach dem Eintreffen war das dritte Rennen eingeplant. Also ging es bereits wieder zur Startlinie. Die Pause war so kurz, dass wir gar nicht auskühlen konnten, unser Glück. Schliesslich ging es auch beim Volkslauf um 20:00 Uhr sehr schnell los. Die Läuferinnen und Läufer schossen wie aufgescheuchtes Wild an mir vorbei. Ich hatte Mühe den Renntritt zu finden. Dies gelang mir erst nach gut einem Kilometer. Jedoch durfte ich da auch feststellen, dass ich ziemlich zügig unterwegs war. Der Topläufer der Gesamtwertung konnte sich nicht von mir absetzten und die Nummer zwei hatte Mühe mir zu folgen. Ich versuchte die Chance zu nutzen, schloss zu Florence aus Richterswil auf. Er kämpfte verbissen um den Anschluss und liess mich nicht ziehen. Nun begann ich das Rennen richtig zu geniessen. Problemlos konnte ich das Tempo weiter forcieren und überholte weitere Athleten. Als ich feststellte, dass sich Stähli, der zweite in der Gesamtwertung, bereits geschlagen geben musste holte ich die letzten Kraftreserven hervor. Leider konnte ich Florence nicht genügend distanzieren. Das letzte Rennen schloss ich auf dem vierten Rang in 22:45 Minuten ab.

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Irgendwie ging es mir nach dem dritten Lauf besser als nach dem ersten. Ich freute mich den speziellen Wettkampf in guter Form beendet zu haben und freute mich auf das verdiente Bier zu Hause und eine wärmende Dusche!

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