Laktatstufentest bei Richi Umberg im SOMC Bad Ragaz vom 2. Februar 2017

Alle Jahre wieder…..

Heute war es wieder Zeit für den regelmässigen Laktatstufentest bei Richi Umberg im SOMC in Bad Ragaz am 3. Februar 2017.

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Wie jedes Jahr verbringe ich einen Morgen bei Richi Umberg auf dem Laufband in Bad Ragaz um meinen aktuellen Formstand zu testen und die Trainingsplanung für die kommenden Wochen und Monate vorzunehmen. Nach einem kurzen Einlaufen starten wir bei 9.0km/h. Jede Stufe dauert 3 Minuten, danach folgt eine Pause von 30 Sekunden, wobei mir Blut für die Laktatbestimmung entnommen wird und mein subjektives Empfinden gemäss Borg Skala abgefragt wird. Danach wird das Laufband um 1.2km/h schneller eingestellt. Natürlich wird der Puls während des ganzen Tests gemessen und aufgezeichnet. 9.0, 10.2, 11.4, 12.6, 13.8, 15.0, 16.2, 17.4, 18.6 & 19.8km/h waren die einzelnen Stufen. Das ganze neu mit einer Standard Steigung von 1% um den Luftwiderstand zu simulieren. 

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Ich kotze mich wieder einmal so richtig aus und laufe, bis die Oberschenkelmuskulatur blau wird, der Puls in die Höhe schiesst und nichts mehr geht.

Nach einem längeren Auslaufen wird der Test natürlich mit Richi besprochen und die weiteren Schritte betreffend des Trainings definiert.

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Ich bin sehr zufrieden mit dem Test. Meine anaerobe Schwelle liegt bei 18.0km/h, den Puls konnte ich auf gut 184 Schläge pro Minute hochschiessen und das Laktat bleibt bis zu einem Tempo von ca. 4min10sek pro Kilometer stabil, ja sinkt sogar leicht. Erst in den hohen Tempibereichen ab 18.6km/h erhole ich mich nicht mehr gut und meine Muskulatur wird sauer. Die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison sind definitiv vorhanden.

Der Laktatstufentest ist jedes Jahr eine tolle Standortbestimmung. Vielen Dank Richi für Deine Mühe und Deine Inputs!

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Zwischenfazit oder Saisonfazit einer speziellen Laufsaison

Im Jahr 2016 sind meine Blog Einträge eher rar gesät. Dies hat nichts damit zu tun, dass ich zu faul bin um Berichte zu schreiben, sondern eher damit, dass es nicht viel zu berichten gibt. Sicherlich könnte ich täglich den aktuellen Stand mitteilen, dies fände ich aber auch für meine Leser eher bemühend. Nichtsdestotrotz möchte ich aktuell ein kurzes Fazit des Jahres 2016 erstellen. Ob es ein Zwischen- oder ein Schlussfazit ist, weiss ich leider oder vielleicht auch zum Glück selbst nicht. Dies hängt vom weiteren Verlauf meiner gesundheitlichen Probleme, des Wetters und der Motivation ab.

Grob gesagt gab es bis anhin ein grosses Hightlight. Am 23. Juli startete ich in Ehrwald zum Zugspitze Trailmarathon. Über die 43.5km und fast 4’000 Höhenmeter konnte ich nach 5h und 41min den tollen zweiten Rang erreichen hinter Lukas Nägele. Symptomathisch ist jedoch, dass ich mich auch in diesem Rennen bei Kilometer 12 verletzte und mir den Oberarm brach. Trotzdem stimmte mich diese Leistung optimistisch und gab mir viel Selbstvertrauen zurück.

Ansonsten ist zu erwähnen, dass ich den milden letzten Winter geniessen konnte und meine Trainings auf hohem Niveau weiterführen konnte. Bereits in den ersten Monaten des Jahres sammelte ich Höhenmeter und befand mich im Tempoaufbau fürs erste Saisonziel: Den Vienna City Marathon, wo ich endlich die 2:30er Marke knacken wollte. Auch dieses Jahr musste ich jedoch feststellen, dass mich das Training für einen flachen Marathon zu stark beansprucht im Vergleich zu den geliebten Bergeinheiten. Zwar konnte ich grosse Fortschritte in der Tempohärte erzielen und steigerte meine Grundschnelligkeit. Dies hinterliess jedoch seine Spuren und zu Beginn des Monats März riss ich mir ein gesamtes Muskelbündel am rechten Hamstring. Mein Sportarzt Christian Schlegel war erstaunt über die Schwere der Verletzung und prognostizierte mir bereits zu Beginn einen Tempotraining- und Wettkampfausfall von mindestens acht Wochen. Das Gute war jedoch, dass ich jederzeit Radfahren konnte und auch Berglaufen war mir erlaubt. Nur flache, lange und schnelle Trainings musste ich in den Frühling verschieben. Daher war mein erstes Saisonziel auch utopisch zu erreichen. Ich fokussierte mich danach auf die Langdistanz Berglauf WM in Slovenia. Jedoch war der Wiedereinstieg ins Training nach dem Bündelriss eher harzig. Zudem reagierte der Körper stark auf die ersten Reize. Natürlich konnte ich den Muskelkater akzeptieren, dass ich jedoch zusätzlich starke muskuläre Disbalancen erlitt war ein Rückschlag. Das Ganze mündete in eine schmerzhafte ISG Blockade. Die gesamte Muskulatur am Hintern und an der Hüfte war total verhärtet. Wieder musste ich zwei, drei Wochen mit Trainings pausieren. Umso motivierter begann ich danach mit intensiven Bergeinheiten. Schnell führten die Disbalancen dann aber zu einer Sehnenscheidenentzündung im linken Sprunggelenk. Jetzt war der Höhepunkt der Misere erreicht. Eine Entzündung ist immer mühsam und die Heilung nicht absehbar. Ich konnte keinen Marathon im Sommer absolvieren, vier Wochen gar keinen Schritt machen und auch nicht das Wetter in den geliebten Bergen geniessen. Die Stimmung war auf dem Nullpunkt angelangt.

Erst Mitte Juli gelang mir der Wiedereinstieg ins Training und spontan entschied ich mich für das erwähnte Abenteuer an der Zugspitze, wo meine Verletzungsgeschichte weiterging.

Zum Glück ist ein Knochenbruch, respektive die Heilung meistens absehbar und ich konnte nach einer Woche Schonung bereits wieder gut trainieren. Mit Wettkämpfen war es mir zu Beginn etwas gar riskant und ich entschloss mich den Fokus total auf den Jungfrau Marathon im September zu setzen. Jedes Jahr ein neuerliches Highlight mit der tollen Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Vorbereitungen verliefen ganz gut. Ich konnte einige längere Eiheiten, zahlreiche Höhenmeter, Intervalle auf der Bahn, auf dem Laufband und am Berg aufs Parkett bringen. Frohen Mutes widmete ich mich letztes Wochenende nach einigen guten Trainingseinheiten in Flims und im Engadin den Abschlusstrainings. Eine Intervalleinheit auf dem Laufband, ein 20-minütiger Tempolauf und ein spritziger Berglauf mit schnellem Downhill standen auf der Agenda. Alles ging nach Plan auf und die Form war sehr gut, was ich auch nie bezweifelte. Doch letzten Montag Morgen stand ich auf und konnte mich kaum bewegen. Wieder war der ISG total blockiert und jeder Schritt schmerzte. Ich “genoss” drei Physiotherapien und Massagen, zwei Saunabesuche und viele Dehneinheiten in der Vorwettkampfwoche. Die Laufkilometer beschränkten sich auf 25-30. Am Samstag musste ich mir leider eingestehen, dass der Körper nicht bereit ist für die Belastung eines Marathons. Zwar kann ich am Berg meine Leistung abrufen, die Kilometer in der Fläche schmerzen mir desweilen zu stark. DNS, Did not start, beim Jungfrau Marathon 2016.

Wie es mit der weiteren Saison ausschaut weiss ich noch nicht. Zuerst möchte ich den Spätsommer geniessen, den Kopf frei bekommen und mir dann völlig unverkrampft Gedanken machen, was ich mir als nächstes vornehme. Eines ist gewiss: Diese Saison war speziell, ich versuche aber auch daraus meine Lehre zu ziehen und stärker zu werden. “Keep on running !”