Tempobolzerei im Taminatal beim Brückenlauf vom 31. August 2019

3. Taminataler Brückenlauf vom 31. August 2019

Mit meinen 49kg und 167cm habe ich mir nie die Frage stellen müssen, ob ich als Schwinger beim Eidgenössischen den Siegermuni nehmen würde oder doch eher die CHF 30’000.-. Zum “Glück” kam ich auch heute beim wunderschönen Lauf im Taminatal nicht in die Bredouille. Mit klarem Abstand von 75 Sekunden auf den souveränen Sieger Marius Danuser reihte ich mich auf Position zwei im Feld ein und konnte einen weiteren Podestrang in dieser Saison erreichen. Wieso Bredouille? Der Siegerpreise wäre ein Helikopterrundflug gewesen und ich bin überzeugt mich nie in meinem Leben in ein solches Vehikel zu setzen.

Spontane Entscheide sind manchmal die besten. Erst mitten in der Woche entschloss ich mich dieses Wochenende beim 3. Brückenlauf in Valens zu starten. Dieses Rennen sollte jedoch voll aus dem Training heraus absolviert werden um einen guten Belastungsreiz zu setzen. So war vor allem der Donnerstag ein harter Trainingstag mit einem 24km in ansprechendem Tempo. Trotzdem sollte heute ein guter Test gelingen.

Als ich mich mit dem Gedanken auseinander setzte diese Herausforderung anzugehen, schien es mir um ein Rennen über knapp 13.5km mit coupiertem Verlauf zu gehen. Erst gestern fokussierte ich mich aufs genaue Profil und ein mulmiges Gefühl machte sich im Magen breit. Reine Tempobolzerei war wohl fehl am Platz. Knackige 280 Höhenmeter sind auf dem Rundkurs via Vasön, Vadura, Pfäfers und Valens zu absolvieren. Ein Rhythmus zu laufen wohl ein Ding der Unmöglichkeit.

Einige gute Läufer wie der erwähnte Sieger Marius Danuser, Alexander Heim aus Buchs, Ismael Albertin und Wildhaber Marco reihten sich im kleinen Starterfeld ein.

Ich war leicht nervös und gespannt, wie sich das Rennen entwickeln würde. Gleich zu Beginn ging es eine kurze knackige Rampe hoch. Ich mag solche Rennstarts nicht. Gleich in eine Steigung zu laufen reichert Laktat in der Muskulatur an par excellence. Um 10:07 Uhr, mit 5 Minute Verzögerung aufgrund der Busfahrt durchs Dorf und zwei weiteren Minuten Verzögerung, ja, es ist halt ein Dorflauf, wurde das Rennen lanciert.

Ich reihte mich mit Müh und Not an fünfter Stelle ein. Der Start war mir um einiges zu schnell. Marius drückte aufs Tempo und wollte wohl eine schnelle Entscheidung herbei führen. Ich lief gefühlt am Limit und bei den sonnigen Bedingungen um die Mittagszeit schoss der Schweiss schnell aus allen Poren. Ich versuchte etwas verzweifelt den Schritt von Heim aufzunehmen und mit Ismael Albertin die Verfolgung von Wildhaber Marco und Danuser aufzunehmen. Diese setzten sich bereits nach einigen Rennminuten mit einigem Abstand ab. Endlich fand ich einigermassen den Tritt. Jedoch merket ich schnell, dass meine Hamstrings noch immer nicht geschmeidig sind und extrem schnell hart wurden. Besonders in den Gegensteigungen hatte ich Mühe aufs Gas zu drücken. Eventuell sollte ich in den nächsten Wochen noch zusätzliche Einheiten im Kraftraum von Andreas Enggist bei Enggist Medical Fitness mit Jan Zweifel absolvieren um das gefühlte Manko auszumerzen.

Die Gegend war jedoch bombastisch und motivierte mich neben dem strahlenden Sonnenschein massiv zu performen. Zudem stellte ich immer fest, wenn ich auf die Suunto Uhr schaute, dass der Temposchnitt gar nicht so langsam war, wie ich vermutete. Besonders in den Downhill-Passagen zeigte die Pulsuhr häufig Tempi von gegen 20.0km/h an. Diese Passagen sind jedoch heikel und können die Muskulatur früh ins Elend schmettern. Zum Glück knetete mir diese gestern Thomas Sax nochmals geschmeidig. Albertin Ismael musste nach einigen Kilometern abreissen lassen. Besonders bergauf hatte ich Mühe Alex Heim zu folgen. Nach gut 7 oder 8 Kilometern hatten wir endlich den Anschluss zu Wildhaber Marco bewerkstelligt. Speziell bei den Downhills hatte er mit Problemen zu kämpfen. Ich konnte mich kurz vor dem tiefsten Punkt der Strecke bei der Taminabrücke in Pfäfers sogar von meinem Dorfkonkurrenten Heim absetzten. Nun stand die Schlusspassage von drei Kilometern mit 140 Höhenmetern an. Vorne konnte ich Danuser nicht gefährden, zu souverän lief er sein Rennen. Unterwegs unterstütze mich auch mein erster Sponsor als Läufer Stefan Grünenfelder, der den Besenwagen des 7km Rennens spielte. Ich war fokussiert den dritten Rang zu sichern. Dies gelang mit knapp. Mit 75 Sekunden Rückstand auf den Sieger überquerte ich nach 48:03 Minuten erschöpft das Zielband in Valens, knapp vor Heim. Wildhaber verlor doch noch fast eine Minute auf das Buchser Duo.

Nun galt es sich im Dorfbrunnen abzukühlen und zu erfrischen.

Merci an meine Eltern, die mich wie immer toll unterstützten, Alex Heim für den tollen Zweikampf, den zahlreichen Helfern und einem begeisterten OK.

Herzlichen Gratulation an alle Teilnehmer und vor allem Marius Danuser zum Sieg.

Der Taminataler Brückenlauf: Ein toller, herzlicher Event bei herrlichsten Bedingungen. Ich denke ein Geheimtipp in der Läuferszene.

100% bin ich nicht zufrieden mit meiner Leistung, eventuell auch einfach etwas frustriert, weil ich bergauf nicht mein Potential entfalten konnte. Dafür weiss ich, dass es flach und bergab ganz gut “rollt”.

Bin gespannt und voller Vorfreude, was die nächsten Wochen bringen…

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Podestrang beim glacier3000run in Gstaad vom 10. August 2019

Nach einer kurzen Sommerpause meldete ich mich am 10. August in Gstaad beim glacier3000run zurück im Wettkampfgeschehen.

Seit Beginn des Monats Juli plagten mich ungewohnte Rückenschmerzen aufgrund Über- und Fehlbelastungen, ausgehend von der linken Hüfte.

Zum Glück konnte ich auch in dieser Phase auf eine Top Betreuung setzen.

Andreas Enggist behandelte mich sensationell sowie professionell und gab mir wichtige Tipps für die Genesung. Christian Leuthold von Enggist Medical Fitness setzte mit Stosswellen wichtige Reizpunkte und Jan Zweifel gab mir weitere Ratschläge zum Krafttaufbau in einer Phase, wo ich bewusst das Lauftraining drosselte. Zudem quälte mich Thomas Sax mehrfach auf brachiale Art mit seinen Massagen. Ich danke Euch von ganzem Herzen.

Zu Beginn des Monats August entschloss ich mich erneut in Gstaad beim glacier3000run zu starten. Ein Rennen, welches ichschon mehrfach absolvierte und mit tollen Erlebnissen in Verbindung bringe. 26.2km und prickelnde 2‘000 Höhenmeter erwarteten die knapp 1‘000 Athleten. Speziell sicherlich, dass auf den ersten 16 Kilometern von Gstaad via Gsteig nach Reusch „nur“ 350 der angesagten Höhenmeter weggeknallt werden, bevor das Rennen somit richtig lanciert wird.

Aufgrund der üblen Gewitter in der Nacht vor dem Rennen nach einem Hitzetag und des Dauerregens am Morgen fiel mein Einlaufen eher spärlich aus. Ich fokussierte mich dafür mental auf die kommende Aufgabe.

Meine Hauptkonkurrenten waren Francis Maina Njoroge (Kenia), Raphael Sprenger, Christian Mathys, Tim Dally (DE), Simon Schäppi, Tefera Mekkonen (ETH) und Bernhard Eggenschwiler.

Den ersten Kilometer nach dem Startschuss im mondänen Gstaad um 10:00 Uhr lief ich in gut 3:25 an. Dabei reihte ich mich nur an circa 10ter Stelle ein. Als ich die Pace auf den kommenden drei Kilometern nur moderat verlangsamte fand ich mich schnell auf Rang fünf mit Simon Schäppi ein. Vorne ging der Schnellzug um Mathys, Mekkonen und Maina ohne Erbarmen ab. Ein Tempo, welches die Verfolgergruppe in meiner Obhut in kürzester Zeit vernichtet hätte.

Leider musste ich ab Kilometer acht eine einsame Partie abliefern. Simon Schäppi nahm in den ersten steilen Rampen bewusst etwas raus und liess mich ziehen. Die Spitzenläufer distanzierten mich bis Reusch um gut fünf bis sechs Minuten, was mich nicht verunsicherte.

Nun kam mein stärkster Abschnitt: Den ersten richtigen Anstieg bis Oldenegg konnte ich gut einteilen und aufs Gaspedal drücken. Und fühlte mich auch stark und versuchte näher ans Podium zu kommen. Gegen hinten hatte ich noch eine sichere Reserve. Ab Oldenegg bis Cabanne begann der technisch delikatere Teil. Punktuell spitzige Anstiege, Geröll und Treppensteige erschwerten mir das Leben. Ein „Dieselmotor“ wie Birchi ist hier sehr anschlägig unterwegs während Kraftläufer ihre Vorteile ausspielen können. Sprich: Ich fühlte den Puls von Raphi Sprenger im Rücken währen meiner ins Nirvana entschwand. Muskulär litt ich in dieser Phase sehr und versuchte mich zu fokussieren auf die letzten Kilometer.

Die steilste Passage begann ab Cabanne bis zum Ziel. Sepentinen führten uns in die Höhe. Meine Schenkel brannten, ich wurde müde und sehnte mich dem Ziel entgegen. Als ich nach Kilometer 24 den Kenianer Maina Njoroge vor mir erblickte schoss mit neue Energie durch die Adern. Ich durfte mit einem Podestrang liebäugeln. Auch eine Gefahr, zwar schloss ich zum Afrikaner auf, überpacete jedoch völlig. Komplett übersäuert entschwand ich trotzdem aus seinem Blickfeld und versuchte nun auch den heranjagenden Raphael Sprenger nicht aufschliessen zu lassen. Dies gelang mir zum Glück.

Entkräftet, wie man den Fotos entnehmen kann, passierte ich das Zielband als Dritter.

Glücklich, erschöpft, stolz, aber auch klar distanziert von Sieger Mathys und dem Zweiten Mekkonen. Ich gratuliere herzlich.

Dankeschön ans OK und die super Helfertuppe!

Merci auch an Papa für den tollen Support.

https://www.datasport.com/live/ranking/?racenr=21434

https://www.strava.com/activities/2606491556

www.glacier3000run.ch

Zwiespältiger Sieg beim LGT Halbmarathon Plus vom 15. Juni 2019

Wenn man sich nicht wirklich über Siege freuen kann…

 

Zwiespältiger Erfolg am 15. Juni 2019 beim 20.isten Jubiläums LGT Alpin Marathon. So gewann ich souverän in einer Spitzenzeit von 1:51:24 den Halbmarathon Plus, der Plan war jedoch den Sieg auf der Gesamtdistanz von 42.195km anstatt 25.5km zu erzielen.
Dies war mein wagemutiges Vorhaben und erstes grosses Saisonziel. Der Formaufbau und die letzten Top-Resultate bestärkten mich in meinem Vorhaben und liessen mich klar den Sieg als Ziel deklarieren.
Zudem ist der LGT Marathon mein Heimrennen und durch die Mitleitung beim Laufseminar unter der Obhut von Günter Ernst im Hinblick auf diese Ausführung stand ich noch mehr im Fokus.
Auch mein Mentaltraining mit Marina Bürzle war voll auf die Herausforderung auf der herrlichen Strecke ausgerichtet.


Neben den früheren Siegern Patrick Wieser und Mustafa Shaban galten sicherlich Patrick Spettel, der Einheimische Arnold Aemisegger, Tim Dally, Alex Heim und Daniel Uehli zu den Podestanwärtern.
Knapp 20 Grad und eine schwül-feuchte Hitze waren spürbar um 09:00 Uhr beim Start in Bendern. Es galt die ersten 10 flachen Kilometer zügig ohne zu viel Energie zu verpuffen honter sich zu lassen. Wie immer setzte sich Kronfavorit Wieser schnell vom Rest ab. Dahinter führte ich meistens die Verfolgergruppe um Dally, Shaban, Aemisegger und den Halbmarathon+ Läufer Michele Paonne an. Der Schweiss schoss mir aus allen Poren. Das Laufgefühl war aber optimal trotz eines Temposchnitts von klar unter 3:40 pro Kilometer.
Wieser konnte sich auch nicht entscheidend absetzen und blieb immer im Blickfeld. Nach 10 Kilometern begann das Rennen richtig. Mit den ersten Anstiegen und Rampen selektionierte sich das Feld definitiv. Genau solche Passagen konnte ich in der letzten Zeit gut auf dem Laufband bei #EnggistMedicalFitness trainieren. Dally musste schnell abreissen lassen und somit begaben sich Aemisegger, meine Wenigkeit und der Bulgare Shaban auf die Jagd nach Wieser.

Dies war jedoch eine kurze Sache: Bereits nach Kilometer 16 überholten wir den gehenden Thurgauer.
Ich merkte, wie zügig wir unterwegs waren und trotzdem fühlte ich mich stark und konnte den gesamten Körper in einer tollen Spannung halten ohne mich ins Verderben zu schiessen. Hier zeigte auch die Massage bei Thomas Sax vom Vortag Wirkung, ich hatte richtig gute Beine.
Nach Silum erreichten wir den Peak vom ersten langen Anstieg. Nun galt es den Downhill nach Steg zu meistern.
Ich drückte nochmals enorm aufs Gaspedal und testete meinen Körper vollends. Das Tempo war sehr hoch, der Test missfiel jedoch. Mein Fussgelenk war noch zu stark handicapiert vom Sturz im Ötztal vor vier Wochen. Bei jedem Schritt fühlte ich Instabilität und ein „Flattern“. Obwohl Shaban und ich Aemisegger klar distanzieren konnten, entschied ich mich das Rennen beim Halbmarathon+ Ziel zu verlassen. Ein Entscheid der Vernunft. Ich möchte nicht meine Gesundheit riskieren und unvernünftig die bisher erfolgreiche Saison begraben.

Somit darf ich wieder einen Sieg in den Rucksack packen, einen Sieg, der zwar schön ist, mich jedoch nicht besonders freut.

Nächste Woche ist nun Urlaub und Trailrunning mit der Familie in Seefeld angesagt, bevor der nächste Start in drei Wochen in Brixen beim Dolomiten Marathon geplant ist.

Ganz herzlich beglückwünsche ich alle Finisher vom LGT Alpin Marathon, besonders „unsere Schäfchen“ vom Laufseminar. Gratulation auch dem Podestläufern mit den Einheimischen Arnold Aemisegger und Lea Tauern.

Vielen Dank dem tollen OK um Christof Willinger und den zahlreichen Helfern und Zuschauern.

Merci auch an meine Familie für den tollen Support.

https://www.datasport.com/live/ranking/?racenr=21181

http://www.lgt-alpin-marathon.li

https://www.strava.com/activities/2451263533